Im Rahmen einer laufenden PFAS-Untersuchung führte unser Team acht EC-HPT-Sondierungen an einem Standort in Gavere durch. Die Sondierungen reichten bis in Tiefen von 19 bis 25 m u. GOK und hatten zum Ziel, den Untergrund hochauflösend zu charakterisieren, um die PFAS-Mobilität und die Beprobungsstrategie für das beauftragte Ingenieurbüro fundiert zu untermauern.
Ziel der Messungen
Die EC-HPT-Daten sollten Einblick geben in:
- Variationen der hydraulischen Durchlässigkeit im tiefen Untergrundprofil;
- den Übergang von gut durchlässigen zu gering durchlässigen Formationen;
- Tiefenintervalle, die für eine gezielte PFAS-Beprobung und ein Monitoring relevant sind.


Beobachtete Stratigraphie und HPT-Antwort
Die Messungen zeigten deutlich, dass die Sondierungen den Übergang zwischen:
- der Formation von Rozebeke und
- der Formation von Kortrijk
in einer Tiefe von etwa 8 bis 14 m u. GOK erfassen.
Innerhalb dieses Tiefenbereichs wurden deutlich erhöhte HPT-Injektionsdrücke in Kombination mit höheren EC-Werten gemessen. Diese Reaktion entspricht den gering durchlässigen, tonigen (möglicherweise teilweise glaukonithaltigen) Schichten der Formation von Kortrijk.
Auffällig war das Auftreten von Intervallen mit reduzierten EC- und HPT-Werten innerhalb dieser Formation. Diese Zonen werden als dünne, diskontinuierlich ausgeprägte schluffige Linsen oder feinsandige Zwischenschichten interpretiert. Trotz ihrer begrenzten Mächtigkeit und lateralen Kontinuität können solche Linsen lokal eine erhöhte Durchlässigkeit aufweisen und damit potenzielle Migrationspfade für PFAS darstellen.
Mehrwert für die PFAS-Untersuchung
Die hochauflösenden Daten lieferten dem Ingenieurbüro ein wesentlich differenzierteres Bild des Untergrunds, als es mit klassischen Bohrungen möglich wäre. Die Ergebnisse unterstützen unter anderem:
- die gezielte Auswahl von Tiefenintervallen für die Grundwasserbeprobung, abgestimmt auf durchlässige Diskontinuitäten;
- die optimierte Positionierung temporärer und permanenter Messstellen im Hinblick auf PFAS-Flüsse und erwartete Migrationspfade;
- eine realistischere Interpretation der gemessenen Grundwasserkonzentrationen durch die eindeutige Verknüpfung mit der stratigraphischen Variabilität.
Einsatz der Daten in der weiteren Studie
Die EC-HPT-Sondierungen bilden eine robuste Grundlage für:
- die Integration in 2D- und 3D-Untergrundmodelle;
- das Verständnis vertikaler und lateraler Variationen der Durchlässigkeit;
- eine fundierte Bewertung des PFAS-Transports innerhalb des heterogenen Profils.
Dank dieses hochauflösenden Ansatzes verfügt das Projektteam über ein technisch belastbares Bild der lokalen Stratigraphie und potenziell relevanter Strömungspfade eine entscheidende Voraussetzung für eine präzise PFAS-Charakterisierung.